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Rettet
die Mühle Rottmann
Aktuelle
Bilder von Bernhard Jörgensmann März 2010
So
hätte diese Seite überschrieben sein können. Jedoch
scheinen die Tage dieses so herausragenden Anwesens
gezählt zu sein. So reicht es momentan nur zu einer
Chronik des Verfalls um wenigstens zu dokumentieren,
welche Chance hier vertan wird.
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Wohngebäude
und Mühle
Verschwunden
sind viele Zeugen Bottroper Geschichte
1.
Die Knippenburg
- nur noch in Buchform erinnerbar. Im Jahre 1962 musste
sie einem Industriegebiet weichen.
2.
Das Torhaus an Haus
Hove zerfiel während jahrelanger Diskussionen um dessen
Erhaltungswürdigkeit um dann als
-nicht ganz originalgetreu
rekonstruierte Replik aufzuerstehen.
3.
Die Reste der Kommende
Welheim (Gedenktafel an der Kokerei Prosper)
4.
Alte Bottroper Höfe sind nur noch durch alte Balken
und Hausrat im Museum für Ur- und Ortsgeschichte
erinnerbar.
5.
Der Heiermanns Hof von 1584 an der Parkstraße gelegen
wurde erst 2005 durch ein feudales Wohnhaus ersetzt.
Rottmanns
Mühle und der alte Hof Kleine Wortmann
Mitten
in Bottrop, in citynaher Lage, erschließt sich dem interessierten
Passanten eine Oase der Ruhe nebst ländlichem Idyll,
in Form eines in Stein gegossenem geschichtlichen Rückblicks.
Immer wieder äußern sich Menschen, die auf die Anlage
aufmerksam gemacht wurden erstaunt. ,,Mensch da wohnte
ich früher nebenan", bis ,,Das sowas direkt neben
Autohändler und Elektromarkt versteckt ist".
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Rottmanns
Mühle bei Google Earth
Die
alte Mühle Rottmann und der in Resten erhaltene Hof
Kleine Wortmann bilden ein Ensemble mit einer Spätmittelalterlichen
Scheune von 1771 (laut Balkeninschrift).

,,Got
beware deises Haus..."
Es
handelt sich um ein Ensemble in dem mehrere Perioden
der Geschichte Bottrops ablesbar sind. Die ältesten
Teile des Scheunengebäudes sind ein Zitat aus der agrarisch
geprägten Vergangenheit Bottrops. Das Mühlengebäude
stammt aus dem Jahre 1936 während das Wohnhaus 1901
den Wohntrakt des über 230 Jahre alten Hofes ersetzte.
Die kleinere Scheune in unmittelbarer Nähe mag auch
dieses Alter haben. Jeder Teil für sich ist ein Zeitzeugnis
der jeweiligen Epoche.

Die
Scheune mit Schäden

Hinteransicht
Die
Bedeutung des Ensembles für Bottrop
Besonders
wichtig wäre die Chance durch die Erhaltung dieses Ensembles
an die ländliche Herkunft unserer Stadt zu erinnern.
Die bergbauliche Geschichte, welche allzu oft Schwerpunkt
des Denkmalschutzes und der Aktivitäten der örtlichen
Vertreter ist überall im Ruhrgebiet und auch in Bottrop
hinreichend erlebbar. Eigentlich unverständlich, warum
immer wieder neue Objekte der Bergbauindustrie unter
Schutz gestellt werden, aber solche Kleinode wie das
Anwesen an der Wortmannstraße nicht.
Was Denkmal
und Denkmalschutz
bedeutet erklärt uns Wikipedia.de.
Die
aktuelle Situation
Das
Objekt verfällt derzeit zunehmend. Es steht seit Jahren
leer und hat sich lange Zeit in einem annehmbaren Zustand
befunden. Seit Anfang des Jahres sind teils gravierende
neue Schäden am Mauerwerk der alten Gebäude, den Fenstern
des Wohnhauses sowie des Mühlengebäudes erkennbar. Diese
Schäden können momentan nur notdürftig behoben werden.
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Die
Fenster zerstört der Mühlstein zerbochen

Weiter
fortgeschrittene Zerstörung des Fachwerks
Was
wir wollen
Auf
dieser Seite soll nun der scheinbar nicht mehr aufzuhaltende
und rapide voranschreitende Verfall dieses einmaligen
Ensembles in Bottrop dokumentiert werden. Denn abermals
wird auf Seiten der politischen Akteure darauf verzichtet
einen fassbaren Teil Bottroper Geschichte zu sichern.
Wenigstens sollen Spuren davon erhalten bleiben. Und
sei es nur in Form von Fotos und diesem Text.
Auch
der Baumbestand ist zu erwähnen, von dem einzelne
aufgrund des Alters und der Größe sicherlich als Naturdenkmal
gelten könne.

Baumriese
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Baumriese
im Herbst
Trotz
mehrfacher Interventionen bei Stadt, LWL und den Interessensvertretern
unserer Lokalpolitik
wurde dieser einmalige Komplex als nicht erhaltenswert
eingestuft. Dabei wurde schon in Veröffentlichungen
von J. Bucksteeg (Stadtarchiv (HG) 2004: Geschichtsstunde
Heft 3. Mühlen in Bottrop.) das Objekt ebenfalls als
etwas Besonderes erwähnt. Trotzdem soll hier abermals
gewerbliche Nutzung über die Geschichte siegen.
Gedanken
zu Denkmalen in Bottrop
Dieser
Tage stand abermals ein Bericht in der Lokalzeitung,
wonach es einen weiteren Versuch gibt ein Überbleibsel
des Bergbaus kulturell zu nutzen. Dieses wurde im Zusammenhang
mit den Bestrebungen zur Kulturhauptstadt
2010 erwähnt. Wer die dazugehörige Internetseite
öffnet wird natürlich von Industriekultur empfangen.
In
Bottrop geht es aktuell um eine alte Waschkaue
auf Prosper II. Dabei gibt es sicherlich mittlerweile
genug Relikte der industriellen Zeit besonders des Bergbaus
in Bottrop. Der Bergbau ist unübersehbarer Bestandteil
unserer Stadt. Und doch nur eine etwa 160 Jahre
dauernde Epsiode in unserer Stadtgeschichte. Dazu muss
man sich vergegenwärtigen, dass es erst seit 1840 erste
Versuche zum Kohleabbau in Bottrop gab und Amlagen
zur industriellen Abbauweise, wie sie derzeit überall
als Denkmal gewürdigt werden noch viel jüngeren Datums
sind (Prosper I datiert von 1856). Die erste Erwähnung
Borgthorpes datiert aus dem Jahr 1092. Es gab also eine
mehr als viermal so lange Periode ohne Bergbau!
Somit
wird der Großteil der Bottroper Geschichte, nämlich
die agrarisch geprägte Epoche sicher nicht genug gewürdigt
(oder abermals vom Bergbau verdrängt). Zumindest
ist diese im Stadtbild Alt-Bottrops nicht mehr ablesbar.
Wer dazu mehr lesen möchte bediene sich der exzellent
recherchierten Kleinen Chronik Bottroper Geschichte
von Stefan Krix
auf (www.krix-s.de/bottrop.htm).
Es
ist also längst überfällig den überwiegenden Teil der
Bottroper Geschichte zu würdigen. Nur so kann Bottrops
Identität inklusiver ihrer Wurzeln bedacht werden (,,Denk"-mal).
,,Die
ihre Wurzeln vergisst, welkt an den Blättern!"
Quelle: Unbekannt
Die
Presse und die Öffentlichkeit
Sogar
bis in die WAZ hatte es das Anwesen im Februar dieses
Jahres geschafft. Just an dem Tag an dem eine Prüfung
durch die Denkmalschutzbehörde angesetzt war, wurde
ein Artikel über einen weiteren Bottroper veröffentlicht,
der Unterschriften zum Schutz des Anwesens gesammelt
hatte.
Auf
Grund unseres Leserbriefes erschien am 12. 1. 2008 abermals
ein Artikel, welcher auf beinahe einer ganzen Seite
unsere Bemühungen darstellte. Als Resonanz meldete sich
eine Gruppe Filmer, die das Anwesen filmisch dokumentieren
wollen. Zudem gab es Meldungen eines Kaufinteressenten
und eines weiteren Bürgers, welcher schon im letzten
Jahr Unterschriften zum Erhalt des Anwesens gesammelt
hatte. Uns ermutigt dies in unserem Ansinnen weiterzumachen.
Zuletzt
war aus der WAZ zu erfahren, dass ein Bauträger das
Gelände gekauft hat und Altenwohnungen bauen will. Angeblich
soll dabei ein irgendeingearteter Teil des Anwesens
in das Konzept integriert werden Bleibt abzuwarten,
ob es sich um den beschrifteten Balken im Foyer eines
Altenheimes handeln wird oder ob ganze Gebäude (-teile)
integriert werden.
Unter der Überschrift Schöne
Bescherung erschien folgender Text auf www.bottblog.de
Dazu fällt mir noch folgendes ein:
Chance verpaßt
Dieser Tage ist unser Thema, der Erhalt des Hofes Kleine Wortmann und der
Mühle Rottmann neuerlich aktuell. Zwar blieben unsere Bemühungen, diese Gebäude
unter Denkmalschutz zu stellen erfolglos. Doch hat zumindest die Scheune von
1771 eingang in eine aktuelle Veröffentlichung (BOTBAND,
Bottroper Blickwinkel) der Stadt Bottrop gefunden.
Leider ist dem Texter in der Bildunterschrift ein Fehler unterlaufen. Er
verortet die Scheune nämlich in Kirchhellen:
,,Noch finden sich in Kirchhellen landwirtschaftliche
Fachwerkkotten".
Gerade das wäre ja aufgrund der ländlichen Prägung des Dorfes nichts
besonderes. Leider geht damit die Tatsache unter, dass es in unmittelbarer Nähe
der Innenstadt nicht noch einmal eine solche Ansammlung von Gebäuden
verschiedener Entstehungszeiten und Funktionen (Wohnhaus - Anfang 20. Jhd.
- Scheune - 1771 und Mühlengebäude) gibt. Besonders nicht in dieser
Geschlossenheit, mit solch einem alten Baumbestand.
Vielleicht wäre folgender Text zutreffender:
,,Verlassener Bauernhof aus dem 16. Jahrhundert in unmittelbare
Nähe der Innenstadt".
Wenn die wiederholten Prüfungen der Denkmalschutzwürdigkeit ähnlich
oberflächlich abgelaufen wären, wäre dies sehr bedauerlich.
Mittlerweile sind die zunehmenden Schäden an den Gebäuden nicht mehr zu
übersehen.
Zudem sind die Tage des Ensembles ja ohnehin gezählt. Es soll ja dort
gebaut werden.
Bleibt abzuwarten, in welcher Form etwas von diesem besonderen Fleck mitten
in Bottrop erhalten bleibt. Fotos
von Bernhard Jörgensmann
Fotos von Rainer Bolik
Visionen
und Alternativen
Man
kann sich manche Nutzug der alten Gebäude vorstellen:
Es
könnte ein Ort der Erinnerung Bottroper Geschichte werden.
Eventuell als Dependance des Quadrats. Ein kulturelles
Zentrum mit Veranstaltungsräumen und Biergarten wäre
möglich, wenn ein entsprechender Träger den Hof entdecken
würde.
Beispiele
gibt es genug: Zu nennen seien hier nur der Kotten
Nie, das Schloss
Sythen und der Hof
Jünger. Diese Objekte
waren ursprünglich in schlechterem baulichen Zustand
als unser Bottroper Kleinod.
Letztlich
hat immerhin die Mühle
Große Kraneburg gegen den Zahn der Zeit gewonnen.
An der Batenbrockstraße wir gerade kräftig renoviert.
Aber auch hier zeigt sich, dass im Endeffekt nur das
Engagemant eines Pivatinvestor was bringt in Sachen
Denkmalschutz.
Über
eine Mail
oder einen würden wir uns freuen.
Vielen
Dank für das Interesse,
Jan
und Bernhard Jörgensmann
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